Manchmal bin ich ziemlich faul. Auch zum Kochen. Mir was einfallen zu lassen. Ein Rezept nachzuschlagen. Einkaufen zu gehen. Vielleicht gerade motiviert genug, einen großen Topf mit Wasser zu füllen, zum Kochen zu bringen, ein gute Prise Salz reinzuwerfen, eine Packung Pasta aufzureißen, in das Wasser zu werfen, umzurühren und nach der Kochzeit abzugießen und dann eine große Flasche mit goldener Flüssigkeit aufzupoppen und einfach das herrlich nach Parmesan und rotem Pfeffer duftende Öl über die dampfenden Nudeln zu träufeln. Jaaaa, so faul bin ich! Und vielleicht habe ich dann noch gerade den kleinen Antrieb etwas Parmesan über die Pasta zu reiben und das Ganze mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer zu vollenden. Es lebe die Faulheit!
Parmesan-ÖL
500 ml bestes Olivenöl (kann ruhig etwas fruchtiger sein) oder neutrales Keimöl
ca. 200 g Parmesanrinde (endlich ein guter Grund die aufzubewahren)
2 EL roter Pfeffer
1 rote Chilischote, frisch
Das Öl zusammen mit der Käserinde und dem Pfeffer in einem Topf bei kleiner Hitze ca. 20 Minuten ziehen lassen. Chili gut säubern, trockentupfen und mit der Ölmischung in eine saubere Flasche füllen. Gut verschlossen mindestens 2 - 3 Tage ziehen lassen.
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Mittwoch, 7. April 2010
Dienstag, 6. April 2010
glückliche ostern und sesam-sobas
Ostern hatten wir Glück. WIR sind eingeladen worden. Nicht dass ich nicht auch gerne zum Brunch geladen oder mir gerne Gedanken um ein Ostermenü gemacht hätte....aber so war es auch mal angenehm, sehr gesellig und schön. Man konnte sich ja auch in den Ruhezeiten in der Küche austoben. Hefezopf, klar! Hähnchensalad, Klassiker - bei mir nur mit Johgurt und geschlagener Sahne, Mandarinen, Champignons und Ananas! Bärlauchpesto mit Parmesan, Pinienkernen und rotem Pfeffer, wunderbar! Sesam-Sobas, Abwechlung auf der Fernsehcouch, um mit Ben Hur zu leiden :-). und die kann ich nur weiterempfehlen....
Sesam-Sobas (nach Nigella Lawson)
250g Soba Nudeln (aus Buchweizen, zu finden im Asia-oder Biomarkt)
5 Frühlingszwiebeln, feine Streifen75g Sesamkörner
2 TL Reisessig
5 TL Sojasauce
2 TL Sesamöl
2 TL HonigDie Sesamkörner in einer trockenen Pfanne rösten, bis sie schön goldbraun sind. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, dann salzen und die Soba ca. 5 bis 6 Minuten bissfest kochen. Nach dem Abgießen mit kaltem Wasser oder Eiswasser abschrecken. Für das Dressing Essig, Soyasauce, Honig und Sesamöl gut verquirlen. Die Nudeln und die Frühlingszwiebeln in eine Schüssel geben. Das Dressing gut verteilen und zum Schluss die Sesamkörner untermischen. Damit sich die Aromen gut verbinden können, ca. eine halbe Stunde ziehen lassen. Schmeckt auch am nächsten Tag.
P.S. Das Dressing nehmen ich z. B. auch als Dip für ausgebratene Maultaschen. Mal was anderes, quasi japanisch-schwäbische Kooperation! Die asiatische Zutaten versuche ich immer im Asiamarkt zu holen, weil vieeeel günstiger - gerade Öl und Essig).
Donnerstag, 25. Februar 2010
zitronenlinguine
Mit einem Kind zu Hause wird man automatisch zum Tomatensoßenexperten. Leider kann ich immer noch nichts daran ändern. Immerhin, wenn es mir reicht und "zufälligerweise" keine Tomaten in welcher Form auch immer zu Hause sind, dann sind diese zitronigen, cremigen Liniguine mehr als eine willkommene Abwechslung. Und das Kind mag sie auch, uff! Ganz nebenbei schafft der frische Zitronenduft der Pasta auch noch, dass man sich irgendwie noch mehr auf den baldigen Frühling freuen kann. Und das beste - die Soße ist im Handumdrehen fertig. Kein Kochen. Versprochen.
Zitronenlinguine (nach Nigella Lawson)
500 g Linguine
2 Eigelb von Bio-Eiern (am besten die Eiweiße einfrieren für Baisers)
ca. 150ml Sahne
ca. 50 g Parmesan, gerieben
1 Bio-Zitrone, Zesten, fein gehackt oder Abrieb
Saft einer 1/2 Zitrone
15g Butter
Nudeln kochen wie es einem gefällt. In der Zwischenzeit in einer Schüssel die Eigelb, die Sahne, den Käse, die Zitronenschale und den Zitronensaft, Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle mit einer Gabel oder einem kleinen Schneebesen verquirlen. Es sollte eine leicht cremige, gelb glänzende Soße entstehen. Nach Geschmack mit Zitronensaft abschmecken. Die Pasta abgießen und in eine große Schüsel geben. Mit der Butter vermischen. Dann die Eier-Zitronensauce zu den Nudeln geben und sofort zusammen mit geriebenem Parmesan, gehackter Petersilie und einem einfachen grünen Salat servieren. Ich mache immer ein wenig mehr Sauce...:-)
Zitronenlinguine (nach Nigella Lawson)
500 g Linguine
2 Eigelb von Bio-Eiern (am besten die Eiweiße einfrieren für Baisers)
ca. 150ml Sahne
ca. 50 g Parmesan, gerieben
1 Bio-Zitrone, Zesten, fein gehackt oder Abrieb
Saft einer 1/2 Zitrone
15g Butter
Nudeln kochen wie es einem gefällt. In der Zwischenzeit in einer Schüssel die Eigelb, die Sahne, den Käse, die Zitronenschale und den Zitronensaft, Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle mit einer Gabel oder einem kleinen Schneebesen verquirlen. Es sollte eine leicht cremige, gelb glänzende Soße entstehen. Nach Geschmack mit Zitronensaft abschmecken. Die Pasta abgießen und in eine große Schüsel geben. Mit der Butter vermischen. Dann die Eier-Zitronensauce zu den Nudeln geben und sofort zusammen mit geriebenem Parmesan, gehackter Petersilie und einem einfachen grünen Salat servieren. Ich mache immer ein wenig mehr Sauce...:-)
Dienstag, 23. Februar 2010
rinder-ragu mit gremolata
Krankenhauskost ist ja wirklich nix. Meistens jedenfalls. Und eigentlich hat man immer Hunger oder vielmehr Appetit. Ich jedenfalls. Also holte ich meine gute Freundin aus dem Krankenhaus ab, nach fünf Tagen Hospitalverpflegung, und wir entschieden, uns etwas Gutes zu tun. Für Körper und Seele....ha, ha. Auf food stories war ich fündig geworden: "beef ragu mit papardelle & gremolata" sollte es werden. Gremolata? Kenne ich doch vom Osso Bucco? Ach, beef shin? Müssen Beinscheiben sein. Hatte der Metzger nicht, also Rinderbraten vom Bug. Der zerfällt auch nach stundenlangem Kochen, meinte die Fleischfachverkäuferin. So steht es jedenfalls im Rezept. Ist sowieso das bessere Fleisch, meinte meine Freundin. Eine Handvoll Zutaten noch und dann konnte es eigentlich schon losgehen. Wie gesagt ein 4 Stunden-Ragut. Genug Zeit, um noch eine Freundin einzuladen, Kuchen zum Kaffee zu backen und für mindestens einen romantischen Film. Am Ende waren wir alle sehr glücklich und das lag nicht nur am Chianti!
Rinder-Ragu mit Gremolata
800g Rindfleisch (aus dem Bug), sehr grob gewürfelt
3 Karotten, feingewürfelt
2 große Stück Sellerie, feingewürfelt
2 braune Zwiebeln, feingewürfelt
2 große Lorbeerblätter
2 große Knoblauchzehen, feingewürfelt
1 Dose geschälte Tomaten, gute Qualität
1 Zweig Thymian, nur die Blätter
1 Liter Rotwein, gute Qualität
etwas Beerensirup
Gremolata
1 oder 2 Handvoll glatte Petersilie, gehackt
2 Bio-Zitronen, Zesten oder Abrieb
1 bis 5 Zehen Knoblauch, je nach Geschmack...feingehackt
In einem guten Bräter das feingewürfelte Gemüse und die Lorbeerblätter in 2 bis 3 Esslöffel Olivenöl ca. 15 Minuten anschwitzen/braten, bis alles weich ist. In der Zwischenzeit in einer seperaten Pfanne das mit Salz und Pfeffer eingeriebene Fleisch mit ein wenig Butterschmalz kurz anbraten. Dann mit allen Säften in den Bräter geben plus dem Wein, den Tomaten und dem Thymian. Die Tomaten ein wenig zerdrücken, alles gut vermischen und bei geschlossenem Deckel 3 bis 4 Stunden ganz zart köcheln lassen. Klar, hin und wieder reinschauen und rühren. Nach 3 Stunden ist das Fleisch schon so weich, dass man es mit dem Kochlöffel leicht zerdrücken oder besser gesagt zerfasern kann. Je nach Geschmack bis zu 4 Stunden weiterschmoren lassen. Zuletzt mit Salz, Pfeffer und ein wenig Süße, z. B. Beerensirup abschmecken.
Jetzt wird es Zeit für die Pasta und die Gremolata. In einem großen Topf viel Wasser zum Kochen bringen. Salz dazugeben und die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Wir haben De Ceccos Mafaldine genommen. Für die Gremolata werden alle Zutaten einfach gut vermischt. Man kann dieses Grundrezept natürlich aufpeppen, z. B. mit Orangenschalen, Mandeln, Piment, Parmesan, etc...
So, aber jetzt, die Nudeln auf den Teller, diese herrlich dicke, duftende Soße drauf und wie Parmesan, die Gremolata darüberstreuen. Ragut mit Piff könnte man auch altbacken sagen. Dazu ein einfacher Romanasalat mit einem schlichten Dressing und wie schon erwähnt Chianti! Sogar das Bild ist ganz unscharf geworden, weil Fotografieren vom Essen abhält...
Samstag, 13. Februar 2010
The First Feast....
Heute war uns nach Wärme, Mamma-mia-Gefühl, Sofa und medialem Konsum, ohne Nachzudenken. Keine Struktur, kein Zwang, weite Hosen und Haare in alle Himmelsrichtungen. Und der perfekte Begleiter über den Tag: Lasagne! Meine erste Lasagne habe ich im Studium gemacht, denn das war nichts, was ich aus der Küche meiner Mutter kannte. Und wie stolz waren wir damals in der WG, als dieser duftende und mächtig imponierende Auflauf aus dem Ofen kam. Ein Klassiker und doch total neu für uns. Nein, eigentlich waren wir schon stolz, als die Béchamel-Sauce beim dritten Anlauf nicht anbrannte oder total klumpig war. Das war aber auch stressig mit der Butter und dem Mehl und dem Rühren, Rühren, Rühren... Seitdem mache ich die Saucen immer noch wie damals und kann kaum die Stunde im Ofen abwarten bis ich auf dem Sofa sitze (ähäm) und ein wenig WG-Gefühl esse - nur heute ist meine WG meine Familie, aber das macht es um so schöner. Diese Version ist nicht sehr "soßig", sondern eher ein fester Auflauf, wunderbar cremig durch die gewürzte Béchamel und mit Biss durch das Gemüse. Am besten schmeckt die Lasagne natürlich immer noch am nächsten Tag - aufgewärmt!
Bolognese
1 kleines Suppengrün, gewürfelt
4 Knoblauchzehen, gehackt
1 weiße Zwiebel, gehacktca. 700 g Bio-Rinderhack
1 Glas Rotwein
1 Tube Tomatenmark
3 Dosen Dosentomaten, ganz und gute Qualität
1 Teelöffel Harissa
Paprika, edelsüß
Salz, Pfeffer, schwarz
brauner Zucker
2 Lorbeerblätter
3 EL Olivenöl
Béchamel-Sauce
1 Liter Bio-Milch
1 Stängel Petersilie
1 halbe weiße Zwiebel, in Scheiben
ein paar schwarze Pfefferkörner
Prise Muskat, frisch gerieben
ca. 150 g Parmesan, frisch gerieben, oder Mischung aus Mozarella und Parmesan
60 g Mehl
80 g Butter
Salz, Pfeffer
1 Packung Lasagnebätter
2 bis 3 Packungen Mozarella zum Überbacken, zerpflückt
Das Zeitmanagement ist hier jedem selbst überlassen. Je nach Zeitplan ist jedenfalls dann die Béchamel-Sauce dran.
In einem Extratopf die Milch, Petersilie, Zwiebel, Pfefferkörner und Muskat langsam aufkochen, abseihen. Ich gebe die gewürzte Milch in eine Karaffe - das ist dann beim Einrühren in die Mehlschwitze einfacher, als mit Schöpflöffel und Sieb gleichzeitig zu hantieren.
In einem anderen Topf die Butter schmelzen lassen und nach und nach das Mehl einrühren. Dann die Milch portionsweise dazugießen. Und wieder rühren. Das ganze kurz aufkochen lassen. Vorsichtshalber immer weiterrühren:-))) Zur Seite stellen.
Wenn die Bolognese fertig und abgeschmeckt ist, eine ca. 20cm mal 30cm große Auflaufform ein wenig Buttern (ist aber nicht notwendig). Mit einer Schicht Bolognese und Béchamel beginnen, dann kommt die erst Lage Lasagneblätter - und so weiter. Wichtig: dieletzte Schicht ist die Béchamel-Sauce. Dann die zerpflückte Mozarella auf dem Auflauf verteilen. Fertig ist das Prachtstück!
Den Auflauf in den 200 Grad vorgeheizten Ofen, auf mittlerer Schiene ca. 40 min backen. Wenn die Käsekruste oben zu braun wird, eine Lage Alufolie drüberlegen. Fertiges Goldstück aus dem Ofen heben (wiegt ganz schön) und ein paar Minuten ruhen lassen. Variationen sind natürlich möglich, zusätzliches Gemüse, zwei Löffelchen Harissa für die Schärfe, Butter, Oregano etc. etc.
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